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Tafel plus  

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Lebensmittel verteilen reicht nicht

Armut hat viele Gesichter. In den Ausgabestellen für Lebensmittel, bei den so genannten Tafeln, tritt sie in besonderer Weise zu Tage. Dort erleben die ehrenamtlichen Mitarbeiter Woche für Woche die existenzielle Not vieler Menschen. In den fünf Ausgabestellen der Caritas im Saarland, die teilweise mit Kooperationspartnern geführt werden, in Dillingen, Neunkirchen, Saarlouis, St. Wendel und Wadern, werden jede Woche Menschen mit Lebensmitteln versorgt, Tendenz steigend.

Der gegenwärtige Boom bei der Gründung von Tafeln und die Erfahrungen, die sowohl in den Ausgabe- wie in den Beratungsstellen der Caritas gemacht werden, verlangen nach erweiterten Konzepten, um den Menschen Perspektiven aus der Armut aufzuzeigen. Daher will der Caritasverband für die Diözese Trier durch das Konzept „Tafel plus“ in Zukunft weitergehende Hilfen anbieten und die Selbsthilfekräfte der Tafelkunden stärken. Der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Prälat Franz Josef Gebert, erläutert das Konzept, das der Diözesan-Caritasrat am 27. April verabschiedete: „Tafel plus+“ geht über die Verteilung von Lebensmitteln hinaus. Bereits an den Ausgabestellen kann weiterer Hilfebedarf festgestellt und nach Unterstützung für die Betroffenen gesucht werden.“ Mit Hilfe haupt- und ehrenamtlicher Caritasmitarbeiter kann der Ratsuchende Hilfen innerhalb des Sozialraumes finden, wie zum Beispiel Beratungsstellen oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch, Selbsthilfekräfte zu stärken und beispielsweise Eltern anzuleiten, mit dem vorhandenen Budget gesund zu kochen und die Ausgaben für die  Haushaltsführung besser zu kontrollieren. „Wir wollen mit „Tafel plus“ dazu beitragen, Wege aus der Armut und aus der Abhängigkeit von gespendeten Lebensmitteln aufzuzeigen“, so Gebert.

Gleichzeitig betont das Konzept aber auch die Forderung an Politik und Gesellschaft, dass jeder erwachsene Mensch das Recht auf menschenwürdige Erwerbsarbeit haben muss, durch die er den Unterhalt für sich und seine Familie, insbesondere auch für seine Kinder, sichern kann. Deshalb gehört die Diskussion um existenzsichernde Löhne, um einen sogenannten „Dritten Arbeitsmarkt“, der dauerhaft gefördert wird, und eine ausreichende Kindergrundsicherung zum Konzept von Tafel plus+. 

Das Konzept von Tafel plus+ hat Erfolgskriterien formuliert. Danach ist es ein Erfolg, wenn der Zulauf in den Ausgabestellen zurückgeht, weil der Bedarf abnimmt. Das Konzept von Tafel plus+ betont ausdrücklich, wie wichtig ehrenamtliches soziales Engagement ist. Wer sich an der Bekämpfung von Armut beteiligen will, ist eingeladen, sich ehrenamtlich in einem der vielen Tafelprojekte zu engagieren.  

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